2012-01-17

DEUTSCHLAND - BRÜHL - Niki de Saint Phalle - Spiel mit mir

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Niki de Saint Phalle, Monkey, um 1960/61, Sammlung Niki Charitable Art Foundation, Dauerleihgabe im Sprengel Museum Hannover, © 2012 NIKI CHARITABLE ART FOUNDATION, All rights reserved. Foto: © Laurent Condominas.





Niki de Saint Phalle (1930-2002) zählt mit ihrem umfangreichen Schaffenswerk wohl zu den bedeutendsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Sie hat ein faszinierendes Werk hinterlassen, dessen Einfalls- und Abwechslungsreichtum seinesgleichen sucht. Bereits die frühen Gemälde der 1950er Jahre, die sich u.a. an naiver Malerei orientieren, sowie die Assemblagen, in denen die Künstlerin Anfang der 60er Jahre alltägliche Gegenstände zu bunten Klebebildern kombiniert, sind Ausdruck dafür. Ausgehend davon entwickelt sie die sogenannten Schießbilder, in denen sie ihre bewegte Biografie verarbeitet. Die mit Farbbeuteln präparierten und mit einem Gewehr beschossenen Reliefs sind jedoch nicht nur ein aggressiver Akt der Zerstörung, sondern bilden zugleich Möglichkeiten neuer Bildfindungen.

„Ich umarmte die Kunst als meine Erlösung und Notwendigkeit." (Niki de Saint Phalle)

Nachdem Niki de Saint Phalle 1953 im Alter von 23 Jahren einen Nervenzusammenbruch erleidet, findet sie im Zuge der therapeutischen Behandlung zur Malerei und entscheidet sich, künstlerisch tätig zu werden. Fortan nutzt sie ihre Kreativität als Ventil, um ihre Erlebnisse auf unterschiedliche Weise zu verarbeiten. Ihre Kunst wird zu einem persönlichen Befreiungsschlag, aber auch zu einem fantastischen Spiel, in dem sich ihr Leben in bizarren Gestalten und traumhaften Welten widerspiegelt und für den Betrachter greifbar wird.

Das Max Ernst Museum Brühl des LVR zeigt in einer konzentrierten, retrospektiven Schau eine Auswahl der von Guido Magnaguagno in der Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall kuratierten Ausstellung „Niki de Saint Phalle – Spiel mit mir". Unter besonderer Berück-sichtigung des bislang wenig beachteten Frühwerks wird das fast 50 Jahre umfassende Œuvre der in Neuilly-sur-Seine/Paris geborenen und im kalifornischen San Diego gestorbenen Künstlerin exemplarisch beleuchtet. Niki de Saint Phalles kindlich verträumte Arbeiten vermögen den Betrachter auf Anhieb zu begeistern und in eine eigene Welt zu entführen.

„Ich glaube an eine große kreative Kraft, die größer ist, als wir uns vorstellen können." (Niki de Saint Phalle)

Im Titel der Ausstellung „Spiel mit mir", der eines ihrer ersten Bilder zitiert, spiegelt sich der Wunsch der Künstlerin wider, den Betrachter einzubeziehen. Er kann als eine Aufforderung an den Einzelnen verstanden werden, mit der Kunst in Kommunikation zu treten. In ihren Gemälden, Schießbildern und Assemblagen sowie Skulpturen, Graphiken und Architekturprojekten erforscht Niki de Saint Phalle auf vielseitige Weise ihre ganz individuellen Ausdrucksmöglichkeiten und prägt mit ihrer Formensprache unseren Blick auf eine „weibliche" Kunst. Insbesondere ihre Nanas verkörpern dabei die Suche nach einer ursprünglichen Repräsentation des Körpers der Frau und sind stark mit den frühesten erhaltenen Zeugnissen von Fruchtbarkeitsdarstellungen verbunden.


Max Ernst Museum  15.01.2012 - 03.06.2012


Website : Max Ernst Museum

Website : Brühl

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